Bibliometrie und Scientometrie

Bibliometrische Analysen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Universitäten schließen mit ihrem Eigentümer Leistungsvereinbarungen auf der Basis der Research Performance ab. Publikationen in Zeitschriften mit hohem Impactfactor, hohe Zitierungsraten und eine hohe Publikationsaktivität sind nicht nur für einzelne Wissenschaftler als Leistungsnachweise wichtig, sie bilden auch vielfach die Grundlage für Bewertungsprozesse von Einzelprojekten, Performancevergleiche von Forschungseinrichtungen und Nationen. Wir bieten bei diesem Projekttyp Analysen und Bewertungen mit bibliometrischen Verfahren. Diese reichen von der Ermittlung der Anzahl von Publikationen im Zeitverlauf, Zitations- und Ko-Zitationsanalysen, meist zitierte Veröffentlichungen, Impactfaktoren, bibliometrische Karten der Forschungsfelder (Interdisziplinaritäten), nationale und internationale Verflechtung auf der Basis von Koautoren, Koautoren-Netzwerke und institutionelle Netzwerke sowie Forschungslandkarten auf der Basis von semantischen Analysen.

 

Referenzprojekte

Vergleich der Performanz der Sozialwissenschaften der Universitäten Wien, Zürich und Oslo

Der Gegenstand des Projektes war der Vergleich der Leistungscharakteristik der Sozialwissenschaften an der Universität Wien mit Zürich und einer ausgewählten nicht deutschsprachigen Universität, in dem Fall fiel die Wahl auf Oslo. Dabei wurde das Ziel verfolgt, auf Basis der Analysen Vorschläge für eine verbesserte Sichtbarkeit der Wiener Publikationsaktivität zu entwickeln. Zunächst wurden die Institute aller drei Universitäten so ausgewählt, dass eine Vergleichbarkeit der Sozialwissenschaften gegeben war. Bibliometrische Indikatoren, wie die Anzahl der Publikationen, der Output über die Zeit, Zitationsanalyse und H-Index  meist zitierte Publikationen, die Ermittlung der Top-Percentilesowie die Impactfaktoren lieferten für den Vergleich wichtige Hinweise. Ein weiterer Bestandteil der Studie waren Indikatoren des Science Mapping: eine Landkarte der Disziplinen und ihre Vernetzung, um die Interdisziplinarität der sozialwissenschaftlichen Forschung zu untersuchen, sowie eine Analyse des Ko-Autorennetzwerkes, welches sowohl die internationale Vernetzung als auch die Größe von Forschergruppen und Verzweigungen aufzeigen konnte. Ein Fazit war, das größere Interdisziplinarität und internationale Vernetzung mit einem höheren Impact korreliert.

Partner bei diesem Projekt waren die Österreichische Zentralbibliothek für Physik, Bibliotheks- und Archivwesen der Universität Wien, sowie die Universitätsbibliothek der Universität Wien

Projektleiter: Edgar Schiebel

Development and Verification of a Bibliometric Model for the Identification of Frontier Research

Das Ziel dieses Projektes war es, ein bibliometrisches Monitoring für den Peer review process der ERC Förderungsaktivitäten (starting grants und research rants) zu entwickeln. Ein besonderer Schwerpunkt wurde dabei darauf gelegt, dass die Forschungsprojekte Eigenschaften von Frontier Research erfüllen und diese Eigenschaften daher auch bei dem Begutachtungsverfahren in den Panels besondere Beachtung finden. Zu diesem Zweck wurden bibliometrische Indikatoren entwickelt, welche die Definition dessen was als Frontier Research durch die  High Level Expert Group (HLEG) der Europäischen Kommission verstanden wurde, abbildeten. Diese Indikatoren wurden auf relevante Informationen, welche in den Anträgen verfügbar waren angewendet. Ferner wurden auch die genannten und zugeordneten Publikationen der Antragsteller verwendet. Das auf der Basis der Indikatoren gebildete Ranking der Anträge wurde mit den Bewertungsfaktoren des Peer Review Prozesses in Beziehung gesetzt. Die größten Abweichungen wurden als Fallstudien mit Experten aus den Panels erörtert und Schlussfolgerungen sowohl für die bibliometrische Bewertung, als auch für das gesamte Verfahren gezogen.

Partner bei diesem Projekt waren INIST vom CNRS in Frankreich

Projetleiter: Dirk Holste

Kontakt

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DI Dr. Edgar Schiebel


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