Die Zukunft der Mobilität
Christine Tissot im Interview mit dem Standard

Durch die Verdopplung des Personenverkehrs bis 2050, gilt es sich vorwiegend mit dem Thema der Verkehrsvermeidung und effizienteren Nutzung bestehender Infrastrukturen zu beschäftigen.
Mobilität ist laut Christine Tissot, Head of Mobility Department des AIT Austrian Institute of Technology, hier jedoch nicht nur Verkehrsthema, sondern hegt auch soziale und makroökonomische Aspekte. In der Zukunft geht es nun darum, Menschenströme gezielt zu analysieren, was im Falle der Pkws und Lkws aufgrund von etablierten Technologien bereits gut funktioniert. Sollen sich aber stärkere multimodale Ansätze durchsetzen, bei denen die Menschen vom Pkw in den öffentlichen Verkehr umsteigen, wird hier das Smartphone eine bedeutende Rolle spielen. Komponenten wie NFC (Near Field Communication) können anonymisiert für die Simulation von Menschenströmen verwendet werden. Hauptaugenmerk muss in diesem Bereich jedoch auf dem Datenschutz liegen, wodurch auch der Gesetzgeber gefordert ist.
Das Verhalten der Menschen wird sich langfristig durch viele positive Erfahrungen ändern. In Zukunft werden neben dem Aspekt der Emissionen auch Komfort und andere weniger offensichtliche Aspekte wie z.B. Lärm bei der Wahl des Verkehrsmittels eine Rolle spielen. Als Grund, warum sich die E-Mobilität noch nicht ganz durchgesetzt hat, nennt Christine Tissot die noch hohen Kosten, vor allem für die Home-Ladebox und meint, dass die Umstellung auch nicht bei Familienfahrzeugen, sondern mit Nutzfahrzeugen und Fahrzeugen für Pendler beginnen wird. Bei Urlaubsfahrten, wofür die Reichweite des Elektrofahrzeuges zu gering ist, sollen Vereinbarungen in den Serviceverträgen regeln, dass für diese Zeiten ein anderes Fahrzeug zur Verfügung gestellt wird.
Link zum Artikel (erschienen am 13.06.2012): DER STANDARD
